Was ist beim Hochbeet Anlegen zu beachten?

Vor dem Aufstellen

hochbeet anlegenVor dem Aufstellen eines Hochbeetes sollten einige Dinge überprüft werden, um später nicht auf unschöne Überraschungen zu stoßen. Dazu sind folgende Dinge zu beachten:

  1. Ist das Material wetterfest? Beispielsweise kommt es bei manchen Holzbeeten vor, dass das Material nicht für andauernden Regen gründlich genug lackiert wurde. Hier sollte nachgebessert werden, um dem Holz nicht bereits im ersten Jahr beim verrotten zusehen zu müssen.
  2. Habe ich den richtigen Standort gewählt? Ideal ist eine Nord-Süd Ausrichtung, da dort die Lichtverhältnisse am besten sind. Außerdem sollte es nicht zu weit von der nächsten Wasserversorgung entfernt liegen.
  3. Ist das Hochbeet vor Schädlingen geschützt? Ein Hochbeet ist wesentlich leichter vor Schädlingen zu schützen als ein Flachbeet, jedoch erweisen sich z.B. ein Wühlmausgitter (bei Gartenhochbeeten) und Schneckenschutz als sinnvoll. Mehr dazu weiter unten.

 Hochbeet anlegen - aber welches?

welches HochbeetMan unterscheidet 3 Arten von Beeten:

  1. Zierbeet
  2. Gemüsebeet
  3. Kräuterbeet

 

Im Grunde kann man sein Beet auch aufteilen und eine Mischung von diesen anpflanzen. Beliebt, aber auch sinnvoll sind oft Gemüse und Kräuter in Nachbarschaft.

Je nach gewählten Pflanzen können verschiedene Anforderungen an den Boden gestellt werden. Will man ein Hochbeet anlegen, das gute Ergebnisse erzielt, sollte man sich mit dem Befüllen des Beetes etwas tiefer befassen.

Das Hochbeet richtig befüllen

boden nährstoffe

Sorgt man für den richtigen Boden, hat man nicht nur sichtbar bessere Erträge, sondern da hält dieser auch locker 5-7 Jahre, bis man ihn Umtauschen sollte.

Wir unterscheiden beim Befüllen Kräuter-, Zier- und Gemüsebeet.

Hochbeetart Schichten zu beachten
Gemüsebeet
  1. Äste, Zweige, Strauchabfälle
  2. Häckselgut, kleine Zweige, Hackschnitzel
  3. Gartenabfälle, Kompost oder Pferdemist vermischt mit Erde
  4. Gartenerde gemischt mit Kompost, Bio-Erde
  1. Wühlmausgitter
  2. Schneckenschutz
  3. um das Zusammensacken etwas zu vermeiden, sollte zwischen den Schichten jeweil etwas Erde eingeschüttet werden
Balkon/flache Befüllhöhen
  1. Häckselgut, kleine Zweige, Hackschnitzel
  2. Bio-Erde
  1. optional Schneckenschutz (je nach Standort, hier seltener benötigt)
Kräuterbeet
  1. Häckselgut, kleine Zweige, Hackschnitzel
  2. Bio-Erde
  1. Wühlmausgitter
  2. Schneckenschutz
  3. Je nach Kräuterart in der oberen Schicht unterstützende Substrate zumischen. So kommen Sand, Lehm oder Kalk häufig vor.
Zierbeet
  1. Häckselgut, kleine Zweige, Hackschnitzel
  2. Bio-Erde
  1. Wühlmausgitter
  2. optional Schneckenschutz
info Je nach angebrachten Schichten kann es mit der Zeit dazu kommen, dass der Boden etwas zusammensackt. Das ist ganz normal und sollte einfach mit normaler Erde nachgeschüttet werden.

hochbeet-pferdemistIm Allgemeinen ist es wichtig, dass die erste Schicht aus lockerem Materialien besteht, um die Verdichtung des Bodens zu verhindern. Diese Schicht dient dann als Art Drainage, damit das Wasser problemlos versickern kann. Hier kommen Äste und Zweige zum Einsatz. Aber auch Steine oder Tonscherben eignen sich hierzu wunderbar.

In den nächsten Schichten sorgt man für einen luftigen Boden mit den richtigen Nährstoffen. So ist Pfermist sehr beliebt, da dieser ein hervorragender Stickstofflieferant ist.

Wer nicht gerade ländlich lebt, kann diesen sogar pelletiert z.B. Amazon* erhalten. Alternativ kann man auch zu Gemischen aus Kompost und normaler Erde greifen.

danger Bei solchen Pellets sind meistens Mischangaben gegeben, diese sind Dünger in konzentrierter Form und sollten natürlich mit z.B. normaler Erde gemischt werden!

bio-erde

Die oberste Schicht sollte optimaler Weise aus Bio-Erde bestehen. Die Vorteile bestehen darin, dass diese leicht zu bepflanzen ist und in dieser kein Unkraut mit eingeschleppt werden kann.

Will man nur Blumen oder Kräuter pflanzen, kann man jedoch auf die anspruchsvolle Beschichtung verzichten.

Hier reicht es aus, den Boden luftig zu gestalten (Grundschicht) und den Rest einfach durch Mischung von Kompost und Erde, bzw. Bio-Erde, zu ersetzen.

Auf zum Bepflanzen!

hochbeet bepflanzenWenn man sein Hochbeet anlegen will, kann man bei der Bepflanzung viele Wege einschlagen. Ein wenig komplizierter wird es nur beim Gemüse. Wenn es ein Mischbeet werden soll, sorge einfach für den Boden der anspruchsvollsten Pflanze. Jedoch sollte bei einigen Pflanzen des Beet in 2 Sektionen unterteilt werden, da diese sich gegenseitig schaden könnten.

Wiederum andere können sich sogar unterstützen. Dies hängt damit zusammen, dass verschiedene Pflanzen den Boden verschiedene Nährstoffe entnehmen - aber auch zurückgeben. Informationen dazu findest Du in unserer Mischkulturtabelle. Im Folgenden beschäftigen wir uns erstmal mit dem Gemüsebeet.

Das Gemüsebeet

Hochbeet im FrühlingWill man Gemüse pflanzen, ist auf den Nährstoffgehalt des Boden zu achten. Demnach pflanzt man im ersten Jahr Gemüse, welches den Boden viele Nährstoffe entzieht und in den weiteren Jahren welches, das den Boden nicht so stark belastet.

Ein weiterer Grund ist hier, dass nitratspeichernde Pflanzen z.B. erst ab den 2. Jahr gepflanzt werden sollten, da dann die Nitratbelastung des Bodens durch die Erstbepflanzung schon stark gesunken ist.

gemüsebeet balkonUm Dir eine Richtlinie mit auf den Weg zu geben, findest Du im Folgenden eine Tabelle, die Dir eine Übersicht der Gemüsesorten gibt und ihren Nährstoffbedarf. Dort unterscheidet man zwischen Starkzehrern, Mittelzehren und Schwachzehrern.

Grob gesagt sagt dies aus, wie viele Nährstoffe diese Pflanzen dem Boden entziehen. Starkzehrer sollte man im ersten Jahr pflanzen, im 2. und 3. Mittelzehrer und in den beiden letzten Schwachzehrer, wenn man ein gut funktionierendes Hochbeet anlegen möchte.

Art Gemüsesorten
Starkzehrer Karotten, Zwiebeln, Gurken, Paradeiser (Tomaten), Petersilie, Bohnen, Zuckererbsen, Chinakohl, Rosenkohl, Kartoffeln, Broccoli, Spargel, Artischocke
Mittelzehrer Kartoffeln, Erdbeeren, Chinakohl, Spinat, Paprika, Dill, Borretsch, Rote Beete, Rettich, Salate, Schnittlauch, Kohlrabi, Knoblauch
Schwachzehrer Radieschen, Kresse, Feldsalat, Bohnen, Erbsen, Blumenkohl, Kohlrabi
info Es ist kein Fehler, dass manche Gemüsesorten in mehreren Feldern auftauchen. Die Übergänge sind oftmals fließend und so findet man in vielen Büchern verschiedene Angaben.

Doch auch wenn sich einige Gärtner uneinig sind, sollte man sich zumindest in grober Hinsicht beim Hochbeet anlegen an die oben genannte Auflistung halten, um wirklich das Beste aus seinem Beet herausholen zu können.

Ein Beispiel wie das Bepflanzen Aussehen könnte, bekommst Du hier:

Das Kräuterbeet

kräuterbeet topfDas Kräuterbeet gibt es von klein für die Fensterbank der Küche bis groß in beliebter Spiral- oder Schneckenform. Gepflanzt wird in der Regel im Frühjahr mit gekauften oder mit aus der letzten Saison gewonnen Samen. Während manche Kräuter wie Lavendel erst im Hochsommer geerntet werden, können andere regelmäßig nach Bedarf der Küche geschnitten werden.

Dazu eignen sich z.B. Schnittlauch und Petersilie gut. Am besten informiert man sich je nach Kräuterart, was deren Anforderungen sind. Beispielsweise ist es bei Minze und Dill wichtig, das Kraut vor der Blüte zu ernten.

danger Ein oftmals gemachter Fehler ist, Thymian neben Majoran zu pflanzen. Die Kräuter vertragen sich überhaupt nicht und meistens geht dann eines der beiden Kräuter ein. 

erde mischenBei einigen Kräutern kann es auch Sinn machen beim Hochbeet anlegen den Boden mit Sand, Lehm oder Kalk zu mischen. Sollen die Kräuter jedoch als Schutz vor Schädlingen in Gemüsebeeten dienen, sollte der Boden dem Gemüse angepasst sein.

 

Da die meisten Kräuter nur geschnitten und nicht wie Gemüse abgeerntet werden, kann man diese auch überwintern lassen. Entweder man stellt diese ins Haus oder sorgt für ein wärmendes Fließ um sein Hochbeet. 

Je kleiner das Beet ist, desto frostanfälliger wird es (wenn es sich nicht um ein Flachbeet handelt). Wie genau man vorgehen sollte, hängt wiederum von der Empfindlichkeit des jeweiligen Krautes ab. Welche Kräuter sich als Nachbaren mögen oder welches Gemüse sie unterstützen, findest Du hier.

Das Zierbeet

hochbeet-tulpenDie meisten Zierpflanzen setzen keine extravaganten Bodenansprüche voraus. Jedoch gibt es hier bei verschiedenen Blumen schnell große Unterschiede mit der benötigten Belichtung. Von praller Sonne bis Vollschatten ist alles dabei.

Beim Anlegen kannst Du viele verschiedene Kombinationen an Pflanzen verwenden. Nimmst Du dir zur Planung etwas mehr Zeit, schaffst Du es vielleicht sogar zum perfekten Blumenbeet. Heißt, die Blütezeiten sind so aufeinander abgestimmt, dass das Bett vom Frühjahr bis zum Herbst blüht.

zierbeet beispiel

Um für ein paar Ideen zu sorgen, hier sind einige gängige Bepflanzungsarten:

  1. Mittelpunkt: Eine hoch wachsende, ausdrucksstarke Leitpflanze ist umgeben von kleineren, farblich abgestimmten Pflanzen.
  2. Immergrün: Eine Kombination aus Leitpflanzen und Immergrün.
  3. Sorte: Blumen der selben Gattung mit verschiedenen Blütfarben im Hochbeet anlegen.
  4. Farbe: Einfarbig, nur mit einer Sorte oder mehreren. Von hell nach dunkel oder spielen mit Kontrasten, lass deiner Fantasie freien lauf.
  5. Form: In großen Gartenbeeten kann man Blumengattungen auch Formweise pflanzen. Beispielsweise immer kleiner werdende Quadrate oder konzentrische Kreise mit Weg zur Mitte.

Schutzmaßnahmen

1. Das Wühlmausgitter

Wühlmaus

Ein klarer Feind des Hochbeetes sind Wühlmäuse. Diese bevorzugen das Beet nicht nur als Nistplatz, da es im Vergleich zum Erdboden besonders warm ist, sondern knabbern Wurzeln und Gemüse unterirdisch an. Dies kann soweit gehen, dass vom Gemüse wie Karotten nichts mehr übrig bleibt oder Pflanzen durch beschädigte Wurzeln sterben.

Somit ist es notwendig, bei Gartenhochbeeten den Boden des Hochbeetes durch ein Wühlmausgitter von den Gartenboden zu trennen. Dies verhindert das Eindringen ungebetener Gäste und lässt überschüssiges Wasser problemlos abfließen.

danger Wühlmäuse kommen durch die kleinsten Löcher. Daher sollte die Maschenweite keines Falls unter 13 mm betragen.

2. Der Schneckenschutz

Schneckenschutz

Auch wenn Hochbeete durchaus weniger unter Schneckenplagen leiden, kann es sich je nach Pflanzen durchaus sinnvoll erweisen, einen zusätzlichen Schneckenschutz anzubringen. Hier haben sich 2 umweltfreundliche Methoden als effektiv erwiesen.

Die erste, günstigere von beiden ist das sogenannte Kupferband. Dieses wird in der Regel um das Hochbeet geklebt. Das Kupfer reagiert mit dem Schneckenschleim und setzt der Schnecke Reize aus, die sie zur Flucht veranlassen. Allerdings lässt diese Wirkung an sehr regnerischen Tagen etwas nach, wodurch die 2. Variante die sicherste, aber auch kostspieligste ist:

Ein Schneckenblech bzw. Schneckenzaun. Dies ist ein Blech, welches um das Beet angebracht wird und dieses so vor Schnecken schützt. Da die obere Kante mit spitzem Winkel nach unten zeigt, können Schnecken diese Hürde nicht überwinden und fallen zu Boden.

garten fröhlichFazit

Beim Hochbeet anlegen kann man viele Wege einschlagen und je nach Pflanzenauswahl kann schnell mal der ein oder andere Fehler passieren. Somit hoffen wir Dir hiermit geholfen haben zu können und wünschen Dir noch einen ertragreichen Tag!

Dein hochbeet-hochziehen.de Team.

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